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Das Deutschlandnetz

Um den Bedarf für Mittel- und Langstreckenfahrten zu decken, schreibt der Bund ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und benutzungsfreundliches deutschlandweites Schnellladenetz mit rund 10.000 Schnellladepunkten an mehr als 1.000 Standorten aus – das Deutschlandnetz. Jeder der Ladepunkte muss mindestens 300 kW Leistung verfügbar machen. Mit dem Deutschlandnetz wird es möglich, überall in Deutschland in wenigen Minuten einen Schnellladepunkt zu erreichen und Elektroautos in kurzer Zeit aufzuladen. Eine interaktive Karte mit den 900 Suchräumen der Regionallose und den 200 Autobahnstandorten des Deutschlandnetzes finden Sie unter www.deutschlandnetz.de

Die Errichtung und der Betrieb des Deutschlandnetzes werden im Rahmen von zwei getrennten Ausschreibungen vergeben:
• Regionallose
• bundesweite Lose an Autobahnen

Der Start der Ausschreibung für die Regionallose im ländlichen und urbanen Raum war am 01. Oktober 2021. Teilnahmeanträge im Rahmen des laufenden Ausschreibungsverfahrens für die Regionallose sind nicht mehr möglich. Der Start der Ausschreibung der Autobahnlose war am 20. Dezember 2021. Interessierte Unternehmen können hier bis zum 25.01.2022 Teilnahmeanträge einreichen. Die Ausschreibungsunterlagen finden sich in der Online-Version des „Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union“ für das europäische öffentliche Auftragswesen.

In beiden Ausschreibungen ist eine atmende Preisobergrenze vorgesehen. Durch die Festlegung eines Preismodells für das Laden an den Standorten des Deutschlandnetzes soll sichergestellt werden, dass sich keine schädlichen Rückwirkungen auf den sich parallel entwickelnden Markt ergeben und Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig faire Preise vorfinden. Die Höhe der atmenden Preisobergrenze ist sowohl unter Betrachtung marktwirtschaftlicher Gesichtspunkte als auch klimapolitischer Aspekte gewählt worden.

Der Schritt von der Förderung zur Ausschreibung ist ein Paradigmenwechsel bei der staatlichen Unterstützung des Ausbaus von Ladeinfrastruktur in Deutschland. Zusätzlich zu den Förderprogrammen des BMVI für öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur existiert damit nun ein Ansatz, in dem für die Gewinner des Ausschreibungsverfahrens Aufbau und Gewährleistung des Betriebs der Ladepunkte vertraglich verpflichtend sind. Die Bewertungskriterien umfassen Kosten, Konzept und Kundenfreundlichkeit.

Die 900 Suchräume der Regionallose verteilen sich auf 23 Regionallose in insgesamt 6 Regionen (Nord-West, Nord-Ost, Mitteldeutschland, Süd-Ost, Süd-West und West). Diese Suchräume geben ein bestimmtes Gebiet, z.B. rund um einen Verkehrsknotenpunkt vor. In jedem Suchraum soll ein Schnellladestandort mit mindestens vier und bis zu 16 Schnellladepunkten entstehen. Die Bieter müssen geeignete Standorte innerhalb dieser Suchräume einbringen bzw. finden. Angesprochen werden mit diesem Verfahren regional tätige Betreiber sowie kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU).

Am 20. Dezember 2021 ist die Ausschreibung der 200 Schnellladestandorte des Deutschlandnetzes an unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen gestartet. Diese Ausschreibung wird von der Autobahn GmbH des Bundes durchgeführt. Darin wird die Errichtung und der Betrieb der insgesamt 200 neuen Schnellladestandorte in sechs bundesweiten Losen mit jeweils 32 bis 34 Standorten vergeben. Jeder Standort umfasst 4, 6 oder 8 Schnelladepunkte.

Bei der Ermittlung des Bedarfs an Suchräumen und ihrer Bestückung mit Ladepunkten wurde die bereits existierende Schnellladeinfrastruktur mit mehr als 150 kW Leistung berücksichtigt. Der Bund legt darüber hinaus auch technische Mindestanforderungen und Qualitätsstandards an den Standorten des Schnellladenetzes fest und stellt deren Einhaltung sicher.

Wichtige Dokumente, Karten- und Bildmaterial zum Deutschlandnetz finden Sie auch unter https://nationale-leitstelle.de/downloads/

FAQs zum Deutschlandnetz