Wir verstehen Ladeinfrastruktur als ein Gesamtsystem aus öffentlichen und privaten Schnell- und Normallademöglichkeiten. Dieses Gesamtsystem verbessern wir in mehreren Bereichen gleichzeitig: Mit einem deutschlandweiten öffentlichen Schnellladenetz für das Laden auf längeren Fahrten und in dicht besiedelten Gebieten, der Förderung von Ladeinfrastruktur privat zu Hause und im gewerblichen Bereich sowie im öffentlichen Raum unterwegs im Alltag. Unser nächstes Ziel heißt: Die nächste Schnellladestation soll überall in Deutschland in 10 Minuten mit dem Elektroauto erreichbar sein.

Das Deutschlandnetz

Um den Bedarf für Mittel- und Langstreckenfahrten zu decken, schreibt der Bund ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und benutzungsfreundliches deutschlandweites Schnellladenetz mit 1000 Standorten aus – das Deutschlandnetz. Jeder der Ladepunkte muss mindestens 300 kW Leistung verfügbar machen. Damit wird es möglich, überall in Deutschland in wenigen Minuten einen Schnellladepunkt zu erreichen und in kurzer Zeit aufzuladen. Eine interaktive Karte mit den 900 Suchräumen der Regionallose des Deutschlandnetzes und weiteren zentralen Infos zur Ausschreibung gibt es unter www.deutschlandnetz.de

Die Errichtung und der Betrieb des Deutschlandnetzes werden im Rahmen von zwei getrennten Ausschreibungen vergeben:
• Regionallose
• bundesweite Lose an Autobahnen

In beiden Ausschreibungen ist eine atmende Preisobergrenze von 44 Cent pro kWh vorgesehen. Durch die Festlegung eines Preismodells für das Laden an den Standorten des Deutschlandnetzes soll sichergestellt werden, dass sich keine schädlichen Rückwirkungen auf den sich parallel entwickelnden Markt ergeben und Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig faire Preise vorfinden. Die Höhe der atmenden Preisobergrenze ist sowohl unter Betrachtung marktwirtschaftlicher Gesichtspunkte als auch klimapolitischer Aspekte gewählt worden.

Der Schritt von der Förderung zur Ausschreibung ist ein Paradigmenwechsel bei der staatlichen Unterstützung des Ausbaus von Ladeinfrastruktur in Deutschland. Zusätzlich zu den Förderprogrammen des BMVI für öffentliche und nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur existiert damit nun ein Ansatz, in dem für die Gewinner des Ausschreibungsverfahrens Aufbau und Gewährleistung des Betriebs der Ladepunkte vertraglich verpflichtend sind. Die Bewertungskriterien umfassen Kosten, Konzept und Kundenfreundlichkeit.

Die 900 Suchräume der Regionallose verteilen sich auf 23 Regionallose in insgesamt 6 Regionen (Nord-West, Nord-Ost, Mitteldeutschland, Süd-Ost, Süd-West und West). Diese Suchräume geben ein bestimmtes Gebiet, z.B. rund um einen Verkehrsknotenpunkt vor. In jedem Suchraum soll ein Schnellladestandort mit mindestens vier und bis zu 16 Schnellladepunkten entstehen. Die Bieter müssen geeignete Standorte innerhalb dieser Suchräume einbringen bzw. finden. Angesprochen werden mit diesem Verfahren regional tätige Betreiber sowie kleine- und mittelständische Unternehmen (KMU). Die Ausschreibung der Regionallose soll am 15. September 2021 erfolgen.

Die bundesweiten Autobahn-Lose umfassen ca. 200 Standorte auf unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen. Sie sollen eine lückenlose Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen schaffen. Mit dieser Ausschreibung sollen insbesondere Unternehmen, die deutschland- und europaweit tätig sind, angesprochen werden. Die Ausschreibung der bundesweiten Autobahn-Lose wird im Herbst durch die Autobahn GmbH erfolgen.

Bei der Ermittlung des Bedarfs an Suchräumen und ihrer Bestückung mit Ladepunkten wurde die bereits existierende Schnellladeinfrastruktur mit mehr als 150 kW Leistung berücksichtigt. Der Bund legt darüber hinaus auch technische Mindestanforderungen und Qualitätsstandards an den Standorten des Schnellladenetzes fest und stellt deren Einhaltung sicher.

Wichtige Dokumente, Karten- und Bildmaterial zum Deutschlandnetz finden Sie auch unter https://nationale-leitstelle.de/downloads/

Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur vor Ort“

In diesem Förderprogramm können kleine und mittlere Unternehmen (KMU), kleine Stadtwerke und kommunale Gebietskörperschaften sowie Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes vom 12. April bis 31. Dezember 2021 Anträge zur Förderung des Aufbaus von Ladeinfrastruktur einreichen. Ziel ist es, den Aufbau von Ladestationen an attraktiven Zielorten des Alltags zu beschleunigen. Die Förderung hat ein Volumen von 300 Millionen Euro und deckt bis zu 80 Prozent der Investitionskosten. Die De-minimis-Förderung verläuft nach der zeitlichen Reihenfolge der eingegangenen Anträge („Windhundverfahren“).

Das Programm ist als schnelle Hilfe für KMU gedacht. So erhalten z.B. die durch die Pandemie besonders betroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen des Einzelhandels und des Hotel- und Gastgewerbes die Möglichkeit, einen Ladepunkt kostengünstig aufzustellen und so ihre Kundenakzeptanz zu steigern. Gerade im ländlichen Raum verfügen diese Einrichtungen zudem über eine signifikante Anzahl an Stellplätzen, was die Errichtung von öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur besonders attraktiv macht. Auch kommunale Unternehmen, z.B. Ver- und Entsorger, können von der Förderung profitieren und zum Ausbau der Ladeinfrastruktur vor Ort beitragen.
Die Antragsstellung erfolgt über die Website der BAV.

Bekanntmachung der Richtlinie über den Einsatz von Bundesmitteln im Rahmen des BMVI-Programms „Ladeinfrastruktur vor Ort“ vom 24. März 2021

Förderrichtlinie für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur

Die erfolgreiche Förderung zur Unterstützung des Aufbaus öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur wird fortgeführt. In dem neu aufgelegten Förderprogramm „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ stellt das BMVI ab dem Sommer 2021 bis Ende 2025 insgesamt nochmals 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Bereits mit der seit Februar 2017 laufenden und bis Juni 2021 verlängerten „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ hatte der Bund in sechs Förderaufrufen insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und damit sowohl private Investoren als auch Städte und Gemeinden bei der Errichtung von Schnell- und Normallladepunkten unterstützt. Das Bundesförderprogramm für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) traf auf eine sehr große Nachfrage. So konnten Anträge für den Aufbau von 30.000 Ladepunkten bewilligt werden, davon knapp 10.000 Schnellladepunkte.

In dem neu aufgelegten Förderprogramm „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ stehen ab dem Sommer 2021 bis Ende 2025 insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden Normalladepunkte mit einer Ladeleistung bis zu 22 kW sowie Schnellladepunkte mit einer Leistung von mehr als 22 kW, an denen ausschließlich das Laden mit Gleichstrom (DC) möglich ist. Mit den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln sollen im Rahmen dieses Programms bis Ende 2025 mindestens 50.000 Ladepunkte (davon mindestens 20.000 Schnellladepunkte) errichtet werden.

Am 17.08.2021 wurde der erste Förderaufruf der neu aufgelegten Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ veröffentlicht: Ab 31.08.2021 können Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen Förderanträge stellen. Im ersten Förderaufruf werden gefördert:

  • rund 9.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte mit einer maximalen Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt (Normalladepunkte),
  • rund 9.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte mit einer maximalen Ladeleistung von mehr als 22 Kilowatt, an denen ausschließlich das Laden mit Gleichstrom (DC) möglich ist (DC-Schnellladepunkte) und
  • der zu einem geförderten Ladepunkt gehörende Netzanschluss bzw. die Kombination aus Netzanschluss und Pufferspeicher.

Am 18.08.2021 wurde der zweite Förderaufruf veröffentlicht: Ab dem 09.09.2021 können Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen die Nachrüstung bereits vorhandener öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur gefördert bekommen. Der Förderaufruf zielt zum einen auf die Modernisierung der Ladesäulen mit Blick auf eine höhere Ladeleistung und mehr Ladekomfort und zum anderen darauf bereits bestehende Ladeinfrastruktur für alle öffentlich zugänglich zu machen.

Gefördert werden bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Alle geförderten Ladesäulen müssen öffentlich zugänglich sein und mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.‎ Die Anträge können vom 31.8.2021 bis zum 18.01.2022 (Erster Förderaufruf) bzw. vom 09.09.2021 bis zum 27.01.2022 (Zweiter Förderaufruf) eingereicht werden.

Alle Informationen zu den laufenden Antrags- und Bewilligungsverfahren sowie die notwendigen Unterlagen finden Sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV).

Weitere Informationen

Erster Aufruf zur Antragseinreichung vom 17.08.2021 gemäß der Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 13.07.2021
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/erster-aufruf-foerderrichtlinie-oeffentlich-zugaengliche-ladeinfrastruktur-elektrofahrzeuge.pdf?__blob=publicationFile

Erster Aufruf zur Antragseinreichung vom 17.08.2021 gemäß der Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ – Ausweisung der Kontingente je Ladepunkt-Kategorie in tabellarischer Form
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/erster-aufruf-foerderrichtlinie-oeffentlich-zugaengliche-ladeinfrastruktur-elektrofahrzeuge-kontingente.pdf?__blob=publicationFile

Erster Aufruf zur Antragseinreichung vom 17.08.2021 gemäß der Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ – Zuweisung Postleitzahl zu Kontingentregion und Bedarfskategorie-SLP2 in tabellarischer Form
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/erster-aufruf-foerderrichtlinie-oeffentlich-zugaengliche-ladeinfrastruktur-elektrofahrzeuge-zuweisung-plz.pdf?__blob=publicationFile

Zweiter Aufruf zur Antragseinreichung vom 18.08.2021 gemäß der Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/K/presse/zweiter-aufruf-foerderrichtlinie-oeffentlich-zugaengliche-ladeinfrastruktur-elektrofahrzeuge.pdf?__blob=publicationFile

Förderrichtlinie „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude“

Ein Großteil der Ladevorgänge findet zu Hause statt. Dem wird die Förderrichtlinie „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude“ gerecht. Damit ermöglicht das BMVI erstmals die Förderung von privat genutzten Ladestationen für Haus- und Wohnungsbesitzer, Mieter und Vermieter beziehungsweise Vermietergesellschaften. Diese können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine pauschale Förderung von 900 Euro für den Erwerb einer privaten Ladestation inklusive der Kosten der Installation beantragen. Auf Grund der großen Nachfrage wurde das Fördervolumen des Programmes bereits drei Mal, auf insgesamt 800 Mio. Euro, erhöht.

Die Leitstelle hat die Ausarbeitung und Koordinierung der Förderrichtlinie maßgeblich unterstützt und wird den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur begleitend analysieren. Dabei hat die Leitstelle sichergestellt, dass die geförderten Ladeeinrichtungen digital vernetzt und gesteuert werden können. Dadurch lässt sich die Last intelligent verteilen, so dass das Netz jederzeit stabil bleibt. Außerdem kann so Strom aus erneuerbaren Quellen einfacher eingebunden werden.

Die Antragsstellung erfolgt über die Website der KfW.

Förderrichtlinie für Flottenanwendungen und Beschäftigte

Mehr als die Hälfte aller Pkw-Neuzulassungen erfolgt im gewerblichen Bereich. Somit kann die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten von Unternehmen und Behörden einen wichtigen Beitrag zum Markthochlauf der Elektromobilität leisten. Grundlage hierfür ist, dass die Fahrzeuge regelmäßig und zuverlässig geladen werden können. Unternehmen können zudem ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ladeinfrastruktur für das Aufladen ihrer Fahrzeuge auf unternehmenseigenen Parkplätzen zur Verfügung stellen.

Die Bundesregierung trägt auch diesen Ladeszenarien Rechnung: Die Leitstelle wird im Auftrag des BMVI ein neues Förderprogramm für gewerblich genutzte Ladeinfrastruktur entwickeln. Das Programm soll im Sommer 2021 in Kraft treten, antragsberechtigt werden Unternehmen, Behörden und Kommunen sein.