Stromnetz und Elektromobilität zusammen denken

Mit zunehmender Elektrifizierung des Verkehrssektors steigt die Nachfrage an elektrischer Energie und Netzkapazitäten.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist somit eng mit der Entwicklung des Stromnetzes verbunden und zentraler Bestandteil der Energiewende. Verkehrssektor und Stromsystem müssen deshalb eng zusammengedacht werden.

Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unterstützt diesen Prozess, indem sie Daten analysiert, zukünftige Bedarfe ermittelt und den Austausch zwischen Energiebranche, Mobilitätssektor und Politik fördert.

Steigende Strombedarfe durch Elektromobilität

Mit der wachsenden Zahl von Elektrofahrzeugen steigt auch der Strombedarf für Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig verändert die Energiewende das Stromsystem durch den zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien.

Daraus ergeben sich neue Anforderungen:

  • steigende Energiemengen für Elektromobilität

  • höhere Netzanschlussleistungen für Schnellladeinfrastruktur

  • Integration von Wind- und Solarstrom

  • Flexibilisierung von Lasten durch intelligentes Laden

Eine abgestimmte Planung zwischen Netzbetreibern, Energieversorgern und Akteuren der Mobilität wird deshalb immer wichtiger.

Netzkapazitäten frühzeitig planen

Beim Aufbau neuer Ladepunkte spielt der Netzanschluss eine zentrale Rolle. Besonders leistungsstarke Schnellladepunkte benötigen teilweise erhebliche Netzanschlussleistungen.

Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unterstützt den Ausbau, indem sie zukünftige Bedarfe analysiert und Daten für die Netzausbauplanung bereitstellt.

Diese Informationen helfen Netzbetreibern dabei,

  • zukünftige Verbraucher besser abzuschätzen

  • Netzkapazitäten rechtzeitig auszubauen

  • Ladeinfrastruktur effizient in das Stromsystem zu integrieren.

Bidirektionales Laden diskriminierungsfrei ermöglichen

Bidirektionales Laden beschreibt die Möglichkeit, die Fahrzeugbatterie nicht nur zu laden, sondern auch wieder zu entladen, etwa zur Nutzung des Stroms im Haushalt (Vehicle-to-Home) oder im Stromnetz (Vehicle-to-Grid). Das kann für Nutzerinnen und Nutzer attraktiv sein, weil sich Stromkosten senken oder zusätzliche Erlöse erzielen lassen. Zugleich kann bidirektionales Laden dem Stromsystem zusätzliche Kapazitäten bereitstellen und so für mehr Flexibilität sorgen. Voraussetzung dafür sind interoperable Schnittstellen und Standards, bidirektional ladefähige Fahrzeuge und Ladeeinrichtungen sowie ein regulatorischer Rahmen, der bidirektionales Laden ermöglicht.

Handlungsempfehlungen des Beirats der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur

Datenbereitstellung nach §14d EnWG

Im Rahmen des Energiewirtschaftsgesetzes (§14d EnWG) werden Daten zum zukünftigen Bedarf an Ladeinfrastruktur bereitgestellt. Diese Daten helfen Verteilnetzbetreibern und Übertragungsnetzbetreibern dabei, ihre Netzausbauplanungen auf den steigenden Bedarf elektrischer Energie auszurichten.

Die Nationale Leitstelle analysiert dafür den Ausbau der Ladeinfrastruktur und stellt entsprechende Informationen zur Verfügung. So kann das Stromnetz bedarfsgerecht und vorausschauend weiterentwickelt werden.

Standortplanung und Lastprofile

Zur Unterstützung der Energie- und Netzplanung stellt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur verschiedene Instrumente bereit.


StandortTOOL

Das StandortTOOL liefert Datenbereitstellungen entsprechend §14d EnWG sowie Entscheidungsgrundlagen für Netzbetreiber und Planer, um geeignete Standorte für Ladeinfrastruktur zu identifizieren und zukünftige Bedarfe zu berücksichtigen.

Zum StandortTOOL

 

Standardlastprofile

Standardlastprofile helfen Energieversorgern und Netzbetreibern dabei, den zukünftigen Stromverbrauch von Ladeinfrastruktur besser abzuschätzen. Sie zeigen typische Ladeverläufe und unterstützen sowohl den Stromhandel als auch die Netzplanung.

Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur arbeitet derzeit an einer Veröffentlichung und stellt Ihnen die Standardlastprofile zeitnah zur Verfügung.